Über die Firma Carl Jäger

Am 15. Oktober 1897 gründete Carl Jäger die jetzt noch nach ihm benannte und eingetragene Firma in Crottendorf/ Erzgebirge.
Schon früh erkennt der Gründer Hang und Neigung zur Alchimie, Drogenkunde und Naturwissenschaften. Diese Veranlagungen sollten seinen beruflichen Werdegang bestimmen. Nach Schulabschluss lernt er in der Apotheke Kunze in Buchholz/ Erzgebirge und schließt dort als Apothekenprovisor ab.
Der Direktor der Handelsschule in Annaberg bescheinigt dem 17jährigen, dass er von Ostern 1888 bis Michaelis (Ende September) diese Lehranstalt besucht hat und äußert sich lobend über Fleiß und Verhalten.

Es folgen sogenannte Gehilfenjahre in mehreren Städten Sachsens und Thüringens. Während dieser Zeit kann er umfangreiche Kenntnisse sammeln, die ihm bei seiner späteren Selbständigkeit von großem Nutzen sind. Nachdem er die Fähigkeiten selbständigen Arbeitens erfüllt, übernimmt er schließlich die Niederlassung der Scheibenberger Apotheke in Crottendorf und wird damit dort heimisch. Er erwirbt 1897 ein Haus in der Annaberger Straße. Dort gründet er einen Drogenhandel mit angeschlossenem Apothekenlabor. Wie damals üblich, werden viele Artikel des täglichen Bedarfs selbst produziert.
Das Herstellen von Räucherkerzen hat er während seiner Lehrzeit in der Buchholzer Apotheke gelernt. Nun muss man wissen, dass Räucherkerzen im Erzgebirge eine Besonderheit darstellen. Diese Besonderheit steht vor einem nicht unbedeutenden historischen Hintergrund. Wir erläutern dies im nachfolgenden Text „Zur Historie unserer Produkte.“

Bereits im Gründungsjahr besteht nach Räucherkerzen eine rege Nachfrage. Händler aus Böhmen sowie Messeveranstaltungen tragen dazu bei, dass Räucherkerzen auch über das Erzgebirge hinaus bekannt werden. Neben der Herstellung von Arzneimitteln, Tierarzneimitteln, Tinten, Farben etc. partizipieren Räucherkerzen zunehmend. Bald ist es nicht mehr möglich, größere Menge mit Handgeräten herzustellen. Dies führt dazu, dass der Gründer zusammen mit geschickten Technikern eine Maschine konstruiert, die als Formenautomat binnen kurzer Zeit große Mengen produzieren kann. Dieser technischen Neuerung folgt der kommerzielle Durchbruch. Die Drogenhandlung und das Apothekenlabor verwandeln sich allmählich in einen kleinen Industriebetrieb.

Die Jahrhundertwende ist die Zeit vieler technischer Neuerungen und Erfindungen.
Auch die Herstellung unserer Produkte wird diesbezüglich immer ausgereifter.
Erster und Zweiter Weltkrieg hinterlassen wirtschaftliche Katastrophen. Der Crottendorfer Betrieb muss geschlossen werden. Es wird behördlich veranlasst, die Räumlichkeiten mit eigenen Mitteln zu Wohneinheiten für Bergarbeiter (Uranbergbau) umzubauen. Das Inventar wird auf engsten Raum zusammengepfercht und verschwindet nach und nach unter Aufsicht sogenannter Treuhänder. Dem Werdegang seines Vaters ähnlich, erhielt Helmuth Jäger eine Ausbildung bei Apotheker Constantin Fuchs in Gotha. Nach Kriegsteilnahme und Gefangenschaft wird 1948 mit der Neugründung der Firma als Zweigniederlassung in Hilden/ Rheinland ein neuer Anfang gemacht.

Als typischer Pionier der Generation, die nach dem Krieg die deutsche Wirtschaft wieder auf die Beine gestellt hat, schafft er die Voraussetzungen für unsere heutige Existenz.

1965 fällt die Entscheidung zum 3. Neubau nach dem Krieg in Höchst/ Odenwald.
Zu diesem Zeitpunkt denkt keiner an die Vereinigung Deutschlands. Da das Landschaftsgepräge des Odenwaldes dem des Erzgebirges ähnelt, wird schließlich in Höchst i. Odw. der Spaten angesetzt. 1970 ist das Jahr des Umzuges. Die gewerblichen Räume und auch die für Wohnzwecke entstehen nun endlich in Form und Großzügigkeit so, wie man es schon lange gewünscht und angestrebt hatte. Die dritte Generation, Bernd Jäger, hat von Kind an den Räucherkerzenduft seines Großvaters in der Nase. Noch als Schüler entschließt auch er sich für eine spätere Nachfolge und geht diesen Weg konsequent und zielführend. Die heutige Inhaberin, seine Tochter Ilona Jäger-Schimpf, übernimmt die Geschäfte im Jahr 2014, nachdem Sie sich über 10 Jahre im Betrieb, davon 5 Jahre als Geschäftsführerin, verdient gemacht hat. Leider verstarb Bernd Jäger 2013 nach kurzer, schwerer Krankheit. Seine Nachfolgerin ist froh, mit ihm gemeinsam Ursprungsländer des Räucherkultes bereist zu haben. Dort erworbene Kenntnisse und Eindrücke helfen, den Erfolg unseres Familienunternehmens sicherzustellen und neue Ideen zu verwirklichen. Verständnis und Gespür für andere Kulturen und die Herkunftsländer unserer Rohstoffe zu haben, ist Teil unserer Philosophie.

Das „Tausendjährige Reich“ bastelt am seinem Image.
Die Partei wirft uns vor, „Kirchenmief“ zu produzieren
(=Weihrauch und Weihrauch-Räucherkerzen).
Helmuth Jäger überlegt und vermarktet schließlich den
Begriff „Deutscher Wald“.
Fichten und Tannen liefern frische und saubere Luft.
So entsteht die Idee vom „Edel-Tannenduft“.

Ein Umsatzträger bis hin in unsere Tage ist geboren.
Am 14. September 1938 erfolgte der Eintrag beim Reichspatentamt
unter der patentamtlichen WZ-Schutz-Nr. 499 367.
Ungeachtet dessen wurde und wird hemmungslos kopiert.
Doch auch hier bewahrheitet sich das Wort:

„Oft kopiert – nie erreicht!“